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Muschelino und Quallina Dörte Herrmann |
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Der kleine Muschelkönig
Muschelino steckte seine Nase aus dem Fenster seiner Sandburg. "Was
für ein schöner Tag!" jubelte er. Gerade, als er die Treppe herunterstieg, fiel eine große Flasche in den Burggarten. "Ahh, ahh", schrie die Möwe, aus deren Schnabel die Flasche gefallen war, "dringende Post von Prinzessin Quallina". Muschelino kletterte in die Flasche und entfaltete das Papier. "Lieber Muschelino", las er, "komm schnell! Deine Quallina". "Was mag meiner Freundin passiert sein?" fragte er sich, sattelte eilends sein Seepferdchen und galoppierte in die Wellen. Quallina erwartete ihn schon. Sie begrüßte ihren Freund, half ihm vom Pferd und seufzte dann: "Ach, der Mond!" Muschelino wusste, daß Quallina hoffnungslos romantisch war, aber warum rief sie ihn so dringend und schwärmte dann vom Mond? "Ach, der Mond", seufzte Quallina noch einmal, "er hat sich in einem alten Schiffswrack am Meeresboden verklemmt." "Ach so, das ist es", rief Muschelino. "Wo?" Quallina führte ihren Freund zu der Unglücksstelle. "Hallo, kleiner Muschelkönig", begrüßte ihn mit scmerzverzerrtem Gesicht der Mond. "Alter Freund", sagte Muschellino, "wie hast du denn das angestellt?" "Du weißt doch", erklärte der Mond, "dass ich meine Liebste, die Sonne, immer nur für kurze Zeit sehen kann. Sie ist ja immer am Himmel, wenn ich schlafe und andersherum. Heute morgen bin ich etwas früher ins Meer hinabgestiegen, und da es so dunkel war, bin ich in dieses alte Schiffswrack hier geraten und habe mich verklemmt." "Das kriegen wir schon hin", meinte Muschelino zuversichtlich. Er begann, mit aller Kraft
an dem Holz zu ziehen. Quallina fasste an seinen Hüften an und zog
mit. Das Seepferdchen fasste an und zog mit. Der Krake fasste an und zog
mit. "Hau ruck, hau ruck", riefen die Freunde. Muschelino verabschiedete sich von Quallina, küßte sie und ließ sich in einer Muschelkutsche zurückbringen. Er war ja soooo muschelkuschelmüde! Zu Hause schlüpfte er in sein Muschelbett und träumte von, na, von wem wohl?
Copyrigt by Dörte Herrmann
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