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"Ich bin geboren in dem
Hause eines frommen Einsiedels; es waren unsrer viele Geschwister und
außer meinen lieben verstorbenen Eltern lebten auch deren Geschwister,
Vettern und Muhmen, und deren Kinder allzumal in diesem Hause. Es fehlte
uns niemals an Nahrungsmitteln aller Art, denn die guttätigen Leute
in der Nachbarschaft trugen dem Einsiedel alle Tage Brot, Mehl, Käse,
Eier, Butter, Früchte und Gemüse zu, viel mehr als er brauchte,
darum, daß er für sie beten solle. Ob er für sie gebetet,
und ob das ihnen etwas geholfen hat, weiß ich nicht. Nun gönnte
der Einsiedel mir und meinen Verwandten doch nicht alles, und hing deshalb
einen Korb mitten in seine Küche, wo wir nicht dazu konnten. Da ich
mich aber schon als junges Mäuslein durch Mut, gepaart mit List und
Vorsicht, vorteilhaft auszeichnete, so sprang ich von der nahen Wand dennoch
in den Korb, aß, so viel mir nur schmeckte, und warf das übrige
meinen Verwandten herunter, die an jenem Tag einen wahren Festtag feierten.
Als der Einsiedel herein kam, und sah, was geschehen war, traf er Anstalt,
den Korb noch höher zu hängen. Da besuchte ihn ein Wallbruder,
den bewirtete er nach seinem Vermögen, und als sie miteinander gegessen
und getrunken hatten, tat der Einsiedel die Speisereste in den Korb, und
hing ihn an den neuen Ort, und gedachte, Acht zu haben, ob das Mäuslein
auch da hinein kommen möchte? Indes begann der Gast zu reden und
zu erzählen von seinen Fahrten zu Land und zu Meer, und seinen Abenteuern,
die er erlebt und bestanden, aber er nahm wahr, daß der Gastfreund
immer nur mit halbem Ohr auf ihn hörte, und immer dem Korbe mit Leib
und Blicken halb zugewendet blieb. Da ward der Waller unwillig und sprach:
'Ich erzähle dir die schönsten Abenteuer, und du achtest nicht
darauf, und scheinst keine Lust daran zu haben.' - 'Mit nichten', erwiderte
der Einsiedel: 'ich höre gar gern deine Reden, aber ich muß
Acht haben, ob die Mäuse wieder in den Speisekorb kommen, denn dieses
Ungeziefer frißt mir alles weg, daß kaum etwas für mich
übrig bleibt, und besonders ist eine, die springt in den Korb für
alle andern.' Damit meinte er mich, die kleine Sambar. Darauf sagte der
Wallbruder: 'Bei deiner Rede machst du mich der Fabel eingedenk von einer
Frau, die zu ihrer Freundin sprach: 'Diese Frau gibt nicht ohne Ursache
den ausgeschwungenen Weizen für den unausgeschwungenen.' 'Wieso?
Wie war das?' fragte der Einsiedel, und der Waller sagte: 'Laß dir
erzählen. Einstmals auf meiner Wanderschaft herbergte ich bei einem
ehrenwerten Manne, den hörte ich des Nachts, da ich nebenan schlief,
zu seiner Frau sprechen: 'Frau, morgen will ich etliche Freunde zu Gaste
laden.' Dem antwortete das Weib: 'Du vermagst nicht alle Tage Gäste
zu haben und Wirtschaft zu machen; damit vertust du, was wir haben, und
zuletzt bleibt uns im Haus und Hof gar nichts mehr.' Da sprach der Mann:
'Hausfrau, laß dir das nicht mißfallen, was mein Wille ist,
besonders in solchen Sachen! Ich sage dir, wer allewege karg ist, und
immer einnehmen und zusammenscharren, aber niemals wieder ausgeben will,
und dessen, was er hat, nicht recht froh wird, der nimmt ein Ende, wie
der Wolf.'
'Wie war denn das Ende von dem Wolf?' fragte die Frau, und ihr Mann erzählte:
'Es war einmal, so sagt man, ein Jäger, der ging nach dem Walde mit
seinem Schießzeug, Pfeil und Armbrust, da begegnete ihm ein Rehbock,
den schoß er und lud sich denselben auf, ihn heimzutragen. Darauf
aber begegnete ihm ein Bär, der eilte auf ihn zu, und der Jäger,
sich seiner zu erwehren, spannte in Eile die Armbrust, legte den Pfeilbogen
darauf, aber er vermochte nicht anzulegen, weil ihn der Rehbock hinderte,
und legte geschwind die Armbrust nieder, zückte sein Weidmesser und
begann den Kampf mit dem Bären, und er rannte ihm das Messer durch
den Leib in dem Augenblick, wo der Bär ihn umfaßte und ihn
tot drückte. Wie der Bär die schwere Wunde fühlte, brüllte
er und riß sie aus Wut noch weiter auf, so daß er sich bald
verblutete. Abends ging ein Wolf des Wegs, der fand nun einen toten Rehbock,
einen toten Bären und einen toten Jäger. Darüber ward er
herzlich froh und sprach in seinem Herzen: Das alles was ich hier finde,
das soll alles mein bleiben, davon kann ich mich lange nähren. Meine
Brüder sollen nichts davon bekommen. Vorrat ist Herr, sagt das Sprichwort.
Heute will ich sparen und nichts davon anrühren, daß der Schatz
lange dauert, obschon mich sehr hungert. Da liegt aber eine Armbrust,
deren Sehne könnte ich abnagen. Und da machte sich der Wolf mit der
gespannten Armbrust zu schaffen, die schnappte los, und der aufgelegte
Stahl oder Bogenpfeil fuhr ihm mitten durchs Herz! - Siehe, Frau', so
fuhr der Mann fort, dem ich zuhörte', sprach der Wallbruder zu dem
Einsiedel, von welchem das Mäuslein Sambar ihren Freunden, dem Raben
und der Schildkröte erzählte: 'Siehe, Frau, da hast du ein Beispiel,
daß es nicht immer gut sei, zu sammeln, und das Gesammelte treue
Freunde nicht mit genießen lassen zu wollen.' Darauf sprach die
Frau: 'Du magst recht haben.' Als nun der Morgen kam, stand sie auf, nahm
ausgehülsten Weizen, wusch ihn, breitete den aus, daß er trockne,
und setzte ihr Kind dazu, ihn zu hüten, und dann ging sie weiter
zur Besorgung ihrer übrigen Geschäfte. Aber das Kind tat, wie
Kinder tun, es spielte und hatte nicht Acht auf den Weizen, und da kam
die Sau, fraß davon, und verunreinigte den übrigen Weizen,
den sie nicht fraß. Als die Frau hernach kam, und das sah, ekelte
ihr vor dem übrigen Weizen, nahm ihn und ging auf den Markt, und
bot ihn feil gegen ungehülsten zu gleichem Maß. Da hörte
ich eine Nachbarsfrau jener, die gesehen hatte, was vorgegangen war, spöttisch
zu einer dritten sagen: 'Schau, wie gibt die Frau so wohlfeil gehülsten
Weizen gegen den ungehülsten! Es hat alles seine Ursache.' - So ist's
auch mit der Maus, von der du sagst, sie springe in den Korb für
die andern Mäuse alle zusammen, und das muß wohl seine Ursache
haben. Gib mir eine Haue, so will ich dem Mausloch nachgraben, und die
Ursache wohl finden.' Diese Rede hörte ich", so erzählte
Sambar weiter, "im Löchlein einer meiner Gespielinnen; in meiner
Höhle aber lagen tausend Goldgülden verborgen, ohne daß
ich, noch der Einsiedel wußten, wer sie hinein gelegt, mit denen
spielte ich täglich und hatte damit meine Kurzweil. Der Waller grub
und fand bald das Gold, nahm es und sprach:
'Siehe, die Kraft des Goldes hat der Maus solche Stärke verliehen,
so kecklich in den hohen Korb zu springen. Sie wird es nun nicht mehr
vermögen.' Diese Worte vernahm ich mit Bekümmernis und leider
befand ich sie bald wahr. Als es Morgen wurde, kamen die andern Mäuse
alle zu mir, daß ich sie, wie gewohnt, wieder füttere, und
waren hungriger als je; ich aber vermochte nicht, wie ich sonst gekonnt
und getan, in den Korb zu springen, denn die Kraft war von mir gewichen,
und alsbald sah ich mich von den Mäusen, meinen nächsten Freunden
und Verwandten, ganz schnöd behandelt; ja sie besorgten sich, am
Ende mir etwas geben und mich ernähren zu müssen, deshalb ging
eine jede ihres Wegs und keine sah mich mehr an, als ob ich sie auf das
bitterste beleidigt hätte.
Da sprach ich zu mir traurig in meinem Gemüte diese Worte: 'Gute
Freunde in der Not, gehn fünfundzwanzig auf ein Lot; soll es aber
ein harter Stand sein, so gehen fünf auf ein Quentlein. Wer keine
Habe hat, hat auch keine Brüder; wer keine Brüder hat, hat keine
Verwandtschaft; wer keine Verwandtschaft hat, hat auch keine Freundschaft,
und wer keine Freundschaft hat, der wird vergessen. Armut ist ein harter
Stand; Armut macht das Leben krank. Keine Wunde brennt so heftig, als
Armut. Vieles Lob wird dem Reichen, wenn aber der Reiche arm wird, dann
wird ihm doppelter und dreifacher Tadel; war er mild und gastfrei, so
ist er ein Verschwender gewesen; war er edel und freisinnig, so heißt
er nun stolz und streitsüchtig; ist er still und verschlossen, so
heißt er tiefsinnig; ist er gesprächig, so heißt er ein
Schwätzer. Tod ist minder hart als Armut. Dem armen Mann ist eher
geholfen, wenn er seine Hand in den offenen Rachen einer giftigen Schlange
steckt, als wenn er Hilfe begehrt von einem Geizhals.'
Weiter sah ich nun, daß der Waller und der Einsiedel die gefundenen
Goldgülden zu gleichen Hälften unter sich teilten, und fröhlich
voneinander schieden; und der Einsiedel legte sein Geld unter das Kopfkissen,
darauf er schlief. Ich aber gedachte, mir etwas davon anzueignen, um meine
verlorne Kraft wieder zu ersetzen, aber der Einsiedel erwachte von meinem
leisen Geräusch und gab mir einen Schlag, daß ich nicht wußte,
wo mir der Kopf stand, und wie ich in mein Loch kam. Dennoch hatte ich
keine Ruhe vor meiner Gier nach dem Gold, und machte einen zweiten Versuch;
da traf mich der Einsiedel abermals so hart, daß ich blutete und
totwund in meine Höhle entrann. Da hatte ich genug, und dachte nur
mit Schrecken an Gold und Geld, und sagte mir vier Sprüche vor in
meinen Schmerzen und in meiner Traurigkeit: Keine Vernunft ist besser,
als die, seine eignen Sachen wohl betrachten und nicht nach fremden streben.
Niemand ist edel ohne gute Sitten. Kein besserer Reichtum als Genügsamkeit.
Weise ist der, welcher nicht nach dem strebt, was ihm unerreichbar ist.
So beschloß ich, in Armut und edlem Sinn zu beharren, verließ
des Einsiedels Haus und wanderte in die Einöde. Dort richtete ich
mir ein wohnlich Wesen ein, und lernte die friedsame Taube kennen die
ihre Hülfe bei mir suchte, dadurch auch du, Freund Rabe, dich zu
mir gesellt hast, der mir von seiner Freundschaft zu dir, Schildkröte
Korax, viel erzählte, so daß ich gern Verlangen trug, dich
kennen zu lernen, denn es ist auf der Welt nichts Schöneres, als
Gesellschaft treuer Freunde und kein größeres Betrübnis
gibt's, als einsam und freundlos sein."
Damit endete das kluge Mäuslein Sambar seine Lebensgeschichte, und
die Schildkröte nahm das Wort und sprach gar mild und freundlich:
"Ich sage dir besten Dank für deine so lehrreiche Geschichte;
viel hast du erfahren und dein Schatz ist Weisheit geworden, die mehr
ist als Gold. Nun vergiß hier bei uns dein Leiden und deinen Verlust,
und denke, daß das edle Gemüt man ehrt, auch wenn am irdischen
Besitz es Mangel hat. Der Löwe, ob er schlafe, ob er wache, bleibt
gefürchtet, und seine Stärke geht mit ihm, wohin er geht. Der
Weise aber wechselt gern den Aufenthalt, auf daß er kennen lerne
fremde Landesart, und zur Begleiterin erwählt er Gold nicht, nein
- Vernunft."
Wie der Rabe diese Worte hörte, freute er sich herzinnig über
die Einigung seiner Freundinnen, und sprach zu ihnen freundliche Worte;
indem so kam ein Hirsch gelaufen, und als die treuen Tiere ihn hörten,
so flohen sie, die Schildkröte in das Wasser, die Maus in ein Löchlein,
der Rabe auf einen Baum. Und wie der Hirsch an das Wasser kam, erhob sich
der Rabe in die Luft, zu sehen, ob vielleicht ein Jäger den Hirsch
verfolge, da er aber niemand sah, so rief er seinen Freundinnen, und da
kamen sie wieder hervor. Die Schildkröte sah den Hirsch am Wasser
stehen mit ausgestrecktem Hals, als scheue er sich zu trinken, und rief
ihm zu: "Edler Herr, wenn dich dürstet, so trinke; du hast
hier niemand zu fürchten!" Da neigte der Hirsch sein Haupt
und grüßte die Schildkröte, und näherte sich ihr,
und sie fragte, von wannen er käme? Er antwortete: "Ich bin
lange im wilden Walde gewesen, da habe ich gesehen, daß die Schlangen
von einem Ende an das andere wandelten, und habe Furcht gefaßt,
es möchten Jäger den Wald einkreisen und bin hierher gewichen."
Die Schildkröte sprach: "Hierher kam noch nie ein Jäger,
darum fürchte dich nicht. Und willst du hier wohnen, so kannst du
von unsrer Gesellschaft sein; es ist hier rings gute Weide." Das
hörte der Hirsch gern, und blieb auch da, und die Tiere erkoren einen
Platz unter den Ästen eines schattenreichen Baumes, da kamen sie
alle zusammen und erzählten einander von dem Laufe der Welt und auch
schöne Märchen.
So kamen eines Tages die treu befreundeten Tiere auch zusammen, der Rabe,
die Maus und die Schildkröte, aber der Hirsch blieb aus und fehlte.
Da besorgten sie sich seiner, ob ihn etwa von einem Jäger etwas begegnet
wäre, und der Rabe ward ausgesandt, nach ihm zu spähen und Botschaft
zu bringen. Da sah er ihn nach einer Weile im Walde, nicht allzufern von
ihrem Aufenthalt, in einem Netz gefangen liegen, kam wieder und sagte
das seinen lieben Gesellen an. Sobald die Maus das vernahm, bat sie den
Raben, sie zum Hirsch zu tragen, und dort sprach sie zu ihm: "Bruder,
wer doch hat dich also überwältigt? Man rühmet doch als
der verständigsten Tiere eines dich!" Darauf seufzte der Hirsch
und sprach: "O liebe Schwester! Verstand schirmt nicht gegen den
Urteilsspruch, der uns von oben kommt. Des Läufers Schnelle und des
Starken Kraft zerreißt das Netz nicht, das Verhängnis heißt."
Wie diese zwei noch redeten, kam die Schildkröte daher, sie war gekrochen,
so schnell sie konnte; da wandte der Hirsch sich zu ihr und sprach: "O
liebe Schwester, warum kommst du zu uns her? Und welchen Nutzen bringt
uns deine Gegenwart? Die Maus allein vermag mich zu erledigen, und naht
der Jäger, so entfliehe ich gar leicht, der Rabe fliegt von dannen
und die Maus entschlüpft. Dir aber, die Natur gemachsam schuf, nicht
schnellen Schritts, auch fluchtgewandt nicht, dir droht schmähliche
Gefangenschaft." Darauf antwortete die Schildkröte: "Ein
treuer Freund, der auch Vernunft hat, wird sich nicht wert des Lebens
dünken, wenn er um seine Freunde kam. Und wenn ihm nicht vergönnt
ist, daß er helfe, so mag er trösten doch nach seinen Kräften.
Das Herz aus seinem Busen zieht ein treuer Freund und reicht es seinem
treuen Freunde dar." Als die Schildkröte noch sprach, während
die Maus bereits das Netz eifrig zernagt hatte, hörten die Tiere
den Jäger nahen, da entrann der Hirsch, der Rabe entflog, die Maus
entschlüpfte. Der Jäger fand sein Netz zernagt, erschrak, sah
sich um und fand niemand als die Schildkröte. Die nahm er, daß
es Rabe und Maus mit Bedauern sahen, und band sie fest in einen Fetzen
von dem Netz. Die Maus rief dem Raben zu: "O wehe! weh! Wenn einem
Glück kommt, harret er des folgenden, und kommt ein Unglück,
überfällt auch gleich ein zweites ihn. Trug ich nicht Leids
genug an meines Goldes Verlust, und nun bin ich der liebgewordenen Schwester
bar, sie, die mein Herz vor allem lieb gewonnen hat. Weh mir, weh meinem
Leib, der aus einem Trübsalsnetz ins andre rennt, und dem nichts
anderes beschert ist als nur Widerwärtigkeit."
Da sprachen Rabe und Hirsch zur Maus: "O kluge Freundin, klage nicht
so sehr, denn Klagen ist nicht, was der Freundin frommt und deine und
unsre Trauer macht sie nicht von Banden frei. Ersinne Listen, wie wir
sie befreien!"
Da sann das kluge Mäuslein Sambar eine Weile, dann sprach's: "Ich
hab's. Du, Hirsch, gewinne schnell die Straße des Jägers, und
falle nahe dabei hin, wie halb tot, und du, Rabe, steh auf ihm, als ob
du von ihm äßest. Wenn das der Jäger sieht, so wird er,
was er trägt, aus den Händen legen, dann schleppst du, Freund
Hirsch, dich gemachsam etwas tiefer in den Wald, damit er dich verfolgt,
indes zernage ich das Netz, und mache unsre liebe Schwester frei."
Dieser Ratschlag ward schnell ausgeführt. Der Hirsch und der Rabe
eilten auf einem Umweg dem Jäger voraus, und taten wie die Maus geraten.
Der Jäger war gierig, den Hirsch zu erreichen, und warf alles was
er trug von sich, der Hirsch kroch ins Dickicht, der Rabe flog nach, und
der Jäger lief nach, und die Maus zernagte das Netz der Schildkröte
und ging mit ihr nach Hause, dort fanden sie schon den Raben und den Hirsch,
die schnell dem Jäger aus den Augen gekommen waren. Wie dieser nun
zurückkehrte an den Ort, wo er seine Sachen hingeworfen hatte, die
er noch dazu eine gute Länge suchen mußte, so fand er das Netz
zernagt, und konnte sich nicht genug wundern. "Das muß der
böse Teufel getan haben, und kein guter Geist!" fluchte er,
und dachte, daß böse Geister und Zauberer diese Gegend inne
haben müßten, welche die Jäger in Tiergestalten äfften,
ging furchtsam nach Hause, und jagte nie mehr in diesem Walde. Und da
wohnten nun die befreundeten Tiere miteinander in Ruhe, Eintracht und
Glückseligkeit, und von Zeit zu Zeit kam auch die Taube in diese
schöne Einsamkeit und besuchte die kluge Maus Sambar, ihre liebe
Freundin, und brachte Neuigkeiten aus der Welt und allerlei schöne
Geschichten, daran alle ihre Freude hatten.
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