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Ludwig BechsteinAusgabe letzter Hand von 1857 |
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Es ging einmal ein hübsches
Landmädchen in den Wald, um Futter für ihre Kuh zu holen; wie
sie nun in Gottes Namen grasete und an gar nichts Arges dachte, so kamen
auf einmal vier Räuber, umringten sie und führten sie mit sich
fort, ohne Gnad und Barmherzigkeit, sie mochte schreien und zappeln, bitten
und betteln so viel sie wollte. Weit ab von des Mädchens Heimat in
einem finstern Walde hatten die Räuber ein Haus, worin sie sich aufhielten,
wenigstens blieben immer einige daheim, wenn die andern auf Raub auszogen.
Dem Mädchen taten aber die Räuber weiter nichts zu Leide, als
daß sie sie eben aus ihrer Heimat fortführten, und sie in dem
Hause gleichsam gefangen hielten; sie mußte den Haushalt besorgen,
kochen, backen und waschen, sonst hatte sie es gut, wurde aber immer scharf
bewacht. Dabei hatten ihr die Räuber den Namen gegeben: Schöne
junge Braut.
Diese, die es selbst war, war zwar sehr erschrocken, doch faßte sie sich ein Herz und antwortete mit verstellter Stimme:
Damit machte sie, daß
sie den Räubern aus dem Gesichte kam, kam auch glücklich aus
dem Walde, erreichte ein Dorf, kaufte sich Kleider, badete sich und erlangte
glücklich und wohlbehalten, obschon nach langer Wanderung, ihre Heimat
wieder, und da sie nicht gerade das Beste in der Räuberherberge zurückgelassen
hatte, sondern für ihren Jahrlohn mitgehen heißen, so hatte
sie auch wohl zu leben und heiratete einen wackern Burschen.
Da aber der Gruß unerwidert blieb, so verwunderten sich die Räuber, und als sie näher kamen, vermeinten sie, die schöne junge Braut sei eingeschlafen. Vergebens riefen sie, sie ermunterte sich nicht; vergebens geboten sie ihr, zu öffnen, alle ihr Pochen und Schreien, Rufen und Schelten war erfolglos, und wütend traten sie zuletzt die Türe in Trümmern, stürmten die Treppe hinauf und faßten die Gestalt der schönen jungen Braut hart an, da fiel ihnen die Strohpuppe in die Arme. Da riefen die Räuber:
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